Inklusion

1. Inklusion einzelner Schülerinnen und Schüler nach Art. 30b, Abs. 2 (BayEUG)

Aktuell werden in allen Jahrgangsstufen der Grundschule Mitterteich Kinder mit höherem Förderbedarf in den Regelklassen integriert.
Im Schuljahr 2018/19 besuchen im Rahmen der Einzelinklusion Schülerinnen und Schüler die Grundschule Mitterteich mit folgenden Förderschwerpunkten:

  • sozial-emotional
  • Lernen
  • sonstige
  • Migration

Zum Punkt Migration muss ergänzt werden, dass Eltern zum Teil schon länger in Deutschland leben, zu Hause aber nur oder überwiegend in ihrer Muttersprache sprechen, so dass einige Schüler beim Erwerb und im Gebrauch der deutschen Sprache nicht unterstützt werden und erhebliche Sprachdefizite aufweisen.

Da der Grundschule Mitterteich bereits zum Schuljahr 2011/12 das Profil Inklusion zuerkannt wurde, ist ferner damit zu rechnen, dass auch in den kommenden Schuljahren Schülerinnen und Schüler mit einem festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf gemäß Elternwille der Schule zugewiesen werden.

2. Personal

Um die oben genannten Kinder auch im kommenden Schuljahr gemäß ihrer Förderschwerpunkte angemessen fördern zu können, erhält die Schule auch eine besondere personelle Unterstützung:

  • eine Sonderschullehrkraft mit insgesamt 13 Wochenstunden, die im Rahmen der Inklusion Aufgaben im Bereich Beratung, Förderung und Diagnostik übernimmt
  • eine Grundschullehrkraft mit 10 Wochenstunden zur Einzelförderung und Differenzierung

Zusätzlich werden je nach Bedarf der Mobile Sonderpädagogische Dienst in den Bereichen Autismus / Hören / Sehen / Körperbehinderung / geistige Entwicklung zugezogen.

Außerdem steht der Grundschule seit Januar 2019 eine Jugendsozialarbeiterin regelmäßig zur Verfügung, die Ansprechpartner für Schüler, Eltern und Lehrer sowohl bei schulischen als auch bei familiären Problemen ist.

Besonderen Wert legt die Schule darauf, dass sich alle im Rahmen der Inklusion tätigen Personen regelmäßig, z. B. in Teambesprechungen, austauschen und so ihre Arbeit koordinieren.

3. Räumliche Voraussetzungen

Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf lernen unvoreingenommen miteinander umzugehen. Einstellungen und soziale Kompetenzen werden so im Laufe von vier Grundschuljahren nachhaltig aufgebaut.

Mit der grundlegenden Sanierung des Schulhauses wurde 2018 begonnen. Zentral bei der Umsetzung des geplanten Sanierungskonzeptes wird dabei die Optimierung der räumlichen Voraussetzungen sein, um ein positives Lern- und Arbeitsklima im Rahmen der inklusiven Schulentwicklung weiterhin positiv zu unterstützen. Im Einzelnen ist dabei Folgendes geplant:

  • Verbindung von Klassenräumen mit Differenzierungsräumen um eine Vernetzung zu ermöglichen
  • Flexibles Mobiliar für interaktives und kooperatives Lernen um möglichst individuell
    und auch lernzieldifferent fördern zu können
  • Barrierefreiheit

4. Unterricht

4.1 Unterrichtskonzept

Ein wesentlicher Schwerpunkt der unterrichtlichen Arbeit ist die begabungsgerechte Förderung aller Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf. Um dies zu gewährleisten, ist eine gezielte Prozessdiagnostik nötig. Nur so wird jedes Kind von seiner individuellen Ausgangslage abgeholt und optimal gefördert. Eine diagnosegeleitete Förderung und – bei Bedarf - die Erstellung individueller Förderpläne, basierend auf einer kontinuierlichen Prozessdiagnostik, für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf liegen der gesamten unterrichtlichen Arbeit zugrunde.

Um eine möglichst begabungsgerechte Förderung und individuelle Differenzierung zu ermöglichen, werden folgende integrative Unterrichtskonzepte zugrunde gelegt:

  • projektorientiert angelegte Lern- und Unterrichtseinheiten
  • Stationenlernen
  • gemeinsame Übungsphasen (Lerntheken usw.)
  • Wochenplan
  • Freiarbeit
  • Einzel- und Kleingruppenförderung
  • kommunikative Lernsituationen (z. B. Gesprächskreise)
  • subsidiäre Lernsituationen (Einführung eines Helfersystems)

Dabei richten sich die Unterrichts- und Förderangebote sowohl quantitativ als auch qualitativ stets an den individuellen Bildungs- und Erziehungsbedürfnissen der Schülerinnen und Schüler mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf aus (Lernzieldifferenz).

4.2 Aktivitäten im Schulleben

Folgende Aktivitäten im Rahmen der Kooperation sollen zusätzlich das Zusammenwachsen der Kinder mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf und die intensive Förderung sozialer Kompetenzen aller Kinder ermöglichen:

  • gemeinsame Gestaltung von Festen und Feiern
  • gemeinsamer Besuch von Veranstaltungen und Ausflügen
  • gemeinsame Aktionen zur Schulhausgestaltung
  • gemeinsame Spiel- und Bastelnachmittage (eventuell mit Einbeziehung der Eltern)

4.3 Optimierung der Förderung von Schülern mit sozial-emotionalen Förderbedarf

Da in den vergangenen Schuljahren eine kontinuierliche Zunahme von Schülerinnen und Schüler mit sozial-emotionalen Förderbedarf an der Grundschule Mitterteich beobachtet wurde, ist geplant, diesem Förderschwerpunkt durch geeignete Maßnahmen künftig noch gerechter zu werden.

Folgende Maßnahmen sind in diesem Zusammenhang geplant:

  • Aufbau und Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen (in Zusammenarbeit mit der Förderschullehrkraft und der Jugendsozialarbeiterin)
  • Erziehungshilfe im Rahmen der Beratung und Unterstützung in schwierigen
    erziehlichen Situationen durch Jugendsozialarbeit
  • stärkere Vernetzung mit außerschulischen Einrichtungen (z. B. Heilpädagogische
    Tagesstätte, Erziehungsberatung, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Ergotherapie,
    Jugendamt)

5. Zusammenarbeit mit den Eltern

In den regelmäßigen Sprechstunden stehen sowohl die Grundschullehrkräfte als auch die Sonderschullehrkraft und die Jugendsozialarbeiterin allen Eltern der Schülerinnen und Schüler als Ansprechpartner zur Verfügung.

Um größtmögliche Transparenz zu schaffen und ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Schule und Elternhaus zu fördern, werden beispielsweise folgende Aktivitäten angeboten:

  • Tag der offenen Tür
  • Teilnahme der Eltern an gemeinsamen Schulausflügen und an Aktivitäten (z. B.
    Spiel- und Bastelnachmittage)
  • Elternabende zu pädagogischen Themenbereichen

6. Schulentwicklung im Rahmen der Entwicklung des Schulprofils „Inklusion“ an der Grundschule Mitterteich

Die Lehrkräfte der Grundschule und des Förderzentrums Tirschenreuth wollen im Rahmen der Entwicklung des Profils „Inklusion“ Gestaltungsfreiräume nützen, um Konzepte des gemeinsamen Unterrichts von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf weiterzuentwickeln.

An den Schulentwicklungsprozessen wirken Schulleitungen, Lehrkräfte, Eltern und Schulaufsicht zusammen.

Die gesamte Schulfamilie öffnet sich der Thematik „Inklusion“. Starke Unterstützung erfährt sie dabei auch von der Stadt Mitterteich, die das Profil der „Inklusiven Gemeinde“ schon seit Jahren entwickelt.

Die Unterrichtsqualität, die insbesondere in individuellen und kooperativen Lernformen ihren Niederschlag findet, steht dabei im Fokus des Interesses. Schulhausinterne Fortbildungen und kollegiale Hospitationen sollen in diesem Zusammenhang dazu beitragen, die an der Schule praktizierten Unterrichtskonzepte weiterzuentwickeln.

In den nächsten Jahren soll auch die bereits vorhandene Teamkooperation auf verschiedenen Ebenen weiter intensiviert und ausgebaut werden:

  • Kooperation der Grundschullehrkräfte untereinander (Erstellen gemeinsamer Wochen- und Förderpläne, Teambesprechungen usw.)
  • Kooperation der Grundschullehrkräfte mit den Sonderschullehrkräften (Erstellung
    gemeinsamer Förderpläne, gemeinsame Planung von Unterrichtssequenzen,
    gemeinsame Beratung von Eltern usw.)
  • Kooperation mit den Mobilen Sonderpädagogischen Diensten
  • Kooperation mit externen Partnern (Logopädie, Ergotherapie, Erziehungsberatung,
    Schulpsychologie)
  • Kooperation zwischen Grundschule und sonderpädagogischem Förderzentrum in der
    Elternarbeit (z. B. gemeinsam geführte Elterngespräche, gemeinsame Elterninformationsabende
    zu pädagogischen Themen usw.)

Schulamt, Sachaufwandsträger und Elternbeirat unterstützen die Grundschule Mitterteich das Schulprofil „Inklusion“ weiter zu entwickeln.

Renate Zuber, Rektorin